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US-Militär: Seeblockade der Straße von Hormus beginnt Montag

Iran-Krieg

US-Militär: Seeblockade der Straße von Hormus beginnt Montag

Aktualisiert am 13.04.2026, 00:06 Uhr Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. © IMAGO/Anadolu Agency/Shady Alassar Lesedauer:5 Min.

Nach den erfolglosen Verhandlung zwischen den USA und dem Iran kündigte Trump umgehend eine Seeblockade in der Straße von Hormus an. Was bedeutet das?

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Straße von Hormus durch das US-Militär soll am Montag beginnen. Ab 10.00 Uhr US-Ostküstenzeit (16.00 Uhr MESZ) werde der Seeverkehr für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, kündigte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X an. Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Die Blockade werde gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt, hieß es weiter.

Nur Schiffe mit Bezügen zu iranischen Häfen betroffen

Zugleich erläuterte Centcom, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus, deren Ziel oder Startpunkt nicht ein iranischer Hafen ist, durch das US-Militär nicht beeinträchtigt werde.

Nach den vorerst gescheiterten diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hatte Trump am Sonntag die Seeblockade angekündigt, zunächst aber noch keinen genauen Beginn dieser genannt. Trump will mit der Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.

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Der Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt, und dementsprechend ist die Straße von Hormus auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

Seit Kriegsbeginn am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran hatte Teheran die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus vor seiner Küste blockiert. Die Durchfahrt von Schiffen kam praktisch zum Erliegen. Weltweit schossen Energiepreise in die Höhe, was auch Trump unter Druck setzt.

Nach wochenlangem Krieg wurden große Hoffnungen in die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gesetzt. 21 Stunden dauerten die Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad an, die an sich schon historisch waren. Sie endeten ohne Ergebnis - und US-Präsident Donald Trump hat umgehend eine neue Drohung parat.

Was gewinnen die USA durch eine Seeblockade?

Trump will einerseits verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt. Die US-Streitkräfte wurden demnach auch angewiesen, alle Schiffe abzufangen, die Geld an den Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine "illegale Maut" entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump. Zudem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen in der für die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge zerstören zu lassen. Andere Länder würden helfen. Trump sagte Fox News, soweit er wisse, entsenden Großbritannien und andere Länder Minenräumboote.

Der Iran beansprucht die Kontrolle der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman und plant die Einführung eines Mautsystems. Die USA hingegen fordern eine freie und sichere Durchfahrt von Schiffen ohne Gebühr - wie es auch vor dem Krieg der Fall war. Trump will die globalen Märkte beruhigen, weil die Preise seit Kriegsbeginn und der Blockade nach oben schossen.

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Eine Blockade soll Trump zufolge aber auch dem Iran wehtun - das Land ist selbst einer der größten Ölproduzenten der Welt, und dementsprechend ist die Straße von Hormus auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen. "Wir werden es nicht zulassen, dass der Iran Geld damit verdient, Öl an Leute zu verkaufen, die er mag", sagte Trump Fox News. Der Iran hat auch nach Kriegsbeginn weiterhin Öl über die Straße von Hormus exportiert und konnte Medienberichten zufolge seine Exporte sogar steigern - demnach von 1,5 auf mehr als 2,5 Millionen Barrel pro Tag.

Wie wird der Iran reagieren?

"Der Iran wird wahrscheinlich nicht nachgeben", schreibt Danny Citrinowicz, einer der führenden Iran-Experten, auf X. Es könnte nun zum Beispiel Teile der US-Marine ins Visier nehmen, um die Entschlossenheit der Amerikaner zu testen. Neben Citrinowicz befürchtet ein weiterer Iran-Forscher, Hamidreza Azizi, dass der Iran künftig auch die mit ihm verbündete Huthi-Miliz im Jemen ermutigen wird, die Meerenge Bab al-Mandab und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum weiter nördlich gelegenen Suezkanal unter Beschuss zu nehmen.

Damit würde ein weiterer entscheidender Seeweg zum Transport von Öl ebenfalls zum Risikofaktor, was zu einem erneuten Preisanstieg führen könnte. "Wenn ihm der Verkauf seines Öls untersagt wird, ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Iran versuchen wird, es anderen Akteuren wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten unmöglich zu machen, ihr Öl durch Umgehung der Straße von Hormus zu verkaufen", schreibt Azizi auf X.

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Bleibt die Waffenruhe bestehen?

Das ist unklar. Zur Wochenmitte hatten sich Teheran und Washington auf eine zweiwöchige Waffenruhe verständigt, die bislang weitestgehend hielt. Seitdem bekannt ist, dass die diplomatischen Verhandlungen in Pakistan kein Ergebnis brachten, gab es zunächst keine neuen Äußerungen von US-Seite speziell zur laufenden Waffenruhe. Vermittler Pakistan appellierte an die USA und den Iran, die Waffenruhe einzuhalten. Umstritten war von Anfang an, ob diese auch für den Libanon gilt, wo Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz gegeneinander kämpfen.

Wroum ging es bei den Verhandlungen?

Die USA betonen, dass der Knackpunkt das fehlende Bekenntnis des Irans gewesen sei, langfristig keine Atomwaffen anzustreben. US-Vizepräsident JD Vance, der die Verhandlungen für die USA führte, sagte, man habe bislang nicht gesehen, dass sich der Iran grundlegend dazu verpflichte, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln - eine Kernforderung der USA.

Aus iranischer Sicht verhinderten zwei zentrale Punkte die Einigung. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, sagte, die Positionen hätten dabei zu weit auseinander gelegen, benannte die kritischen Themen aber nicht. Iranischen Medienberichten zufolge soll es den größten Streit bei Fragen rund um die Straße von Hormus gegeben haben.

Gibt es Hoffnung für weitere Friedensbemühungen?

Beide Seiten schlugen die Tür nicht ganz zu. Vance sagte, man habe einen Vorschlag an den Iran mit einem Angebot zurückgelassen - was dieses beinhaltet, war jedoch unklar. Irans Außenamtssprecher Baghai schloss weitere Verhandlungen nicht aus und betonte, die Diplomatie ende nie.

Der Politikwissenschaftler Nico Lange schrieb auf X: "Ein "Deal" beim ersten Treffen zwischen USA und Iran war nicht erwartbar, im besten Fall ist der Einstieg in einen längeren zähen Verhandlungsprozess gelungen."

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Auch Sicherheitsexperte Peter Neumann sieht die Verhandlungen nicht endgültig gescheitert. Es reiche aber nicht, der anderen Seite die Bedingungen diktieren zu wollen, schrieb er auf X. Wenn die Amerikaner die Öffnung der Straße von Hormus und eine dauerhafte Lösung für das Atomprogramm erreichen wollten, müssten sie den Iranern bei dem ein oder anderen Thema entgegenkommen. "Fest steht: Die USA haben sich mit ihrem Krieg in eine ungünstige strategische Lage manövriert." Verlierer seien zudem die iranischen Demokratinnen und Demokraten.

Der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija sieht ein Spiel auf Zeit. Sowohl die USA als auch der Iran wollten jetzt Zeit gewinnen, um ihre "strategischen und taktischen Fehler zu korrigieren und sich militärisch und politisch neu zu positionieren", analysierte der regierungsnahe saudische Sender. "Beide brauchen eine Verschnaufpause und eine Kampfpause."

Wie sieht es zur Zeit in der Straße von Hormus aus?

Wie aus Webkarten von Schiffsbeobachtungsdiensten wie Vesselfinder, die Positionsdaten auswerten, hervorgeht, ist der Verkehr in der Straße von Hormus weiter eingeschränkt. Der Verband Deutscher Reeder teilte am Sonntag mit, dass es zutreffend sei, dass der Handelsverkehr in der Meerenge unverändert weitgehend ruhe. Der Verband fordert von der Bundesregierung, die Sicherung freier Seewege zu unterstützen.

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Nach der Verkündung der Waffenruhe in der Nacht zum Mittwoch haben laut einer Schätzung von Risk Intelligence - ein dänisches Unternehmen, das auf Sicherheits- und Risikoanalysen spezialisiert ist - bis Donnerstagabend 17 Schiffe die Straße passiert. Möglich sei, dass die Zahl höher ist. Schiffe könnten die Meerenge durchfahren haben, ohne Positionsdaten zu senden. Das Verkehrsaufkommen betrage weniger als zehn Prozent des üblichen Verkehrs. (dpa/bearbeitet von cgo)

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