Schwerin vor der Stichwahl - AfD-Frau knapp auf Platz drei
Schwerin vor der Stichwahl - AfD-Frau knapp auf Platz drei
Aktualisiert am 13.04.2026, 02:02 Uhr Bei der Wahl zum Oberbürgermeister in Schwerin kommt es zur Stichwahl. (Archivbild) © dpa / Jens Büttner/dpa Lesedauer:2 Min. Von Deutsche Presse-AgenturDieser Beitrag stammt aus dem Nachrichtenangebot der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und wurde nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.
Aufatmen in Schwerin: Die AfD hat den Einzug in die Stichwahl um das Oberbürgermeister-Amt in der Landeshauptstadt verfehlt. Doch es war knapp. Wie es jetzt weitergeht.
Schwerin - Nach der ersten Runde der Oberbürgermeister-Wahl in Schwerin herrscht vielfach Erleichterung in der Landeshauptstadt. Die AfD-Kandidatin Petra Federau hat den Einzug in die Stichwahl verpasst. Am 26. April treffen nun der CDU-Kandidat Sebastian Ehlers und die SPD-Politikerin Mandy Pfeifer aufeinander. Pfeifer ist auch Kandidatin der Linken.
Auf den Landtagsabgeordneten Ehlers entfielen bei der Wahl am Sonntag 34,2 Prozent der Stimmen. Pfeifer, die ebenfalls im Landtag sitzt, bekam 27,9 Prozent. Federau landete knapp dahinter auf Platz drei mit 26,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 59,8 Prozent.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigte sich erleichtert. "Schwerin hat sich gegen die AfD entschieden", äußerte sie auf Instagram. Mit Blick auf die Stichwahl in zwei Wochen rief Schwesig zur Wahl von Pfeifer auf - sie sei die "kompetenteste, erfahrenste und ehrlichste Bewerberin".
CDU: Zeit für politischen Wechsel an Stadtspitze
Die CDU feierte den Ausgang der ersten Wahlrunde. Der Landesvorsitzende Daniel Peters, der im Herbst bei der Landtagswahl Ministerpräsidentin Schwesig herausfordert, erklärte: "Das Ergebnis zeigt, dass die CDU in großen Städten ausgesprochen erfolgreich sein kann." Es sei Zeit für einen politischen Wechsel an der Stadtspitze. Die CDU werde im Wahlkampf vor der Stichwahl noch einmal "deutlich nachlegen", kündigte er an. Für Ehlers hatte sich vor der ersten Wahlrunde unter anderem Schauspielerin Katrin Sass ausgesprochen.
Angetreten waren sieben Kandidaten, die um die Nachfolge des Ende 2025 vorzeitig als OB zurückgetretenen SPD-Politikers Rico Badenschier buhlten. Badenschier hatte neun Jahre an der Spitze der knapp 100.000 Einwohner zählenden Landeshauptstadt gestanden. Er war unter anderem wegen schwerwiegender Differenzen mit der Stadtvertretung vorzeitig gegangen.
AfD-Kandidatin in Wismar in Stichwahl
Bürgermeisterwahlen fanden auch in Wismar, Anklam und Ueckermünde statt. In der Hansestadt Wismar erhielt der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge 42,1 Prozent der Stimmen und trifft in der Stichwahl am 26. April auf die AfD-Kandidatin Manuela Medrow, die auf 20,9 Prozent kam.
Der AfD-Landesvorsitzende Leif-Erik Holm blickte mit gemischten Gefühlen auf die Wahlen vom Sonntag. "Das sind Ergebnisse mit Schatten und Licht", erklärte er. "Auch wenn es für uns bekanntermaßen in größeren Städten etwas schwerer ist, hätten wir uns insgesamt mehr erhofft", so Holm mit Blick auf Platz drei in Schwerin. Medrows Einzug in die Stichwahl in Wismar nannte er "sehr erfreulich". Ihre Chancen in der Stichwahl werden allerdings allgemein als gering eingeschätzt.
Sieg in Anklam für Amtsinhaber Galander
In Anklam, wo nur zwei Kandidaten angetreten waren, siegte Amtsinhaber Michael Galander (Initiativen für Anklam /IfA) mit 72,1 Prozent. Sein einziger Herausforderer Jörg Valentin von der AfD kam auf 27,9 Prozent, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Der 56-jährige Galander steht bereits seit 2002 an der Verwaltungsspitze der rund 12.000 Einwohner zählenden Stadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald.
Stichwahl auch in Ueckermünde
In 8.800 Einwohner zählenden Ueckermünde kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Einzelbewerbern Karsten Berndt und Tino Spiegelberg. Berndt bekam am Sonntag 33,8 Prozent der Stimmen, Spiegelberg 20,9 Prozent, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Der bisherige Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos) war nicht angetreten.
Empfehlungen der Redaktion
- Wechselstimmung in Budapest: Der Wahlabend in Bildern
- Wahl in Ungarn: Orban- Herausforderer Magyar verspricht Neuanfang
- AfD will allein regieren – das steht im Wahlprogramm
Vor der Wahl hatte es mehrere Zwischenfälle gegeben, die Polizei ermittelt. Ein Kandidat berichtete von Knallgeräuschen, die er als Schüsse gegen ihn wertete. Ein anderer Kandidat war wiederholt von Sachbeschädigungen betroffen. Im Umfeld einer Podiumsdiskussion mit den Bürgermeister-Kandidaten wurde die Seitenscheibe eines Polizeiautos mit einem Stein eingeworfen. © Deutsche Presse-Agentur
Nachrichten aus anderen Regionen Ückeritz Motorradfahrer verunglückt auf B111 auf Usedom vor 5 Stunden Barth Zwei Schwerverletzte nach Frontalzusammenstoß bei Barth vor 6 Stunden Feedback an die Redaktion