Verbrauchermagazin24

Nehmen Sie Kontakt auf

Orban gesteht "schmerzvolle" Niederlage ein

Live-Blog Wahl in Ungarn

Orban gesteht "schmerzvolle" Niederlage ein

Aktualisiert am 12.04.2026, 21:58 Uhr Ungarns Noch-Ministerpräsident Viktor Orban soll seinem Kontrahenten bereits gratuliert haben. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS/Petr David Josek Lesedauer:6 Min. Ein Live-Blog von Rebecca Sawicki
  • 22:00 Uhr: Von der Leyen: "Ungarn hat Europa gewählt"
  • 21:37 Uhr: Orban gesteht "schmerzvolle" Niederlage ein
  • 21:21 Uhr: Magyar: Orban hat angerufen und zum Wahlsieg gratuliert
  • 21:11 Uhr: Oppositionspartei Tisza in Auszählung deutlich vorn
  • 20:34 Uhr: Auszählung kann dauern
  • 20:21 Uhr: Staatspräsident: "Legitimes Mandat, wohin das Land gehen sollte"
  • 20:01 Uhr: Herausforderer Magyar "vorsichtig optimistisch" zu Wahlausgang
  • 19:30 Uhr: Umfrage sieht Magyar vorn
  • 19:00 Uhr: Die Wahllokale schließen – Warten auf erste Ergebnisse
  • 18:30 Uhr: Hunderte ausländische Wahlbeobachter
  • 18:22 Uhr: Aussagekräftige Ergebnisse erst am späten Abend erwartet
  • 17:47 Uhr: Rekord-Wahlbeteiligung zeichnet sich ab
  • 17:45 Uhr: Orban und Magyar rufen Bürger zur Wahl auf

+++ Live-Ticker zur Wahl in Ungarn hier aktualisieren +++

➤ Orban gesteht "schmerzvolle" Niederlage ein

  • 21:37 Uhr

Der seit 16 Jahren in Ungarn regierende Ministerpräsident Viktor Orban hat seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden. "Die Wahlergebnisse sind, wenn auch noch nicht endgültig, klar. Für uns sind sie schmerzhaft, aber eindeutig", sagte Orban am Sonntagabend vor Journalisten.

"Uns ist nicht die Verantwortung und die Chance zum Regieren anvertraut worden. Ich habe der siegreichen Partei gratuliert", sagte der rechtsnationalistische Regierungschef weiter. Sein Herausforderer Peter Magyar schrieb im Onlinedienst Facebook: "Ministerpräsident Viktor Orban hat mich gerade angerufen, um uns zu unserem Sieg zu gratulieren."

Nach Auszählung von mehr als 53 Prozent der Stimmen kam Magyars konservative Partei Tisza auf 52,49 Prozent der Stimmen, während die rechtsnationale Fidesz von Orban bei 38,83 Prozent lag. Die international viel beachtete Richtungswahl in Ungarn verzeichnete eine Rekordbeteiligung von 77,8 Prozent.

Orban droht Niederlage Was würde ein Machtwechsel in Ungarn für Europa bedeuten? vor 8 Tagen

Die Ausgangslage: Ungarn wählt

  • Für Amtsinhaber und Ministerpräsident Viktor Orban könnte es bei der Parlamentswahl in Ungarn knapp werden. Sein Herausforderer Peter Magyar und dessen Tisza-Partei lagen in den Wochen vor der Wahl in Umfragen deutlich vor Orbans Fidesz. In der EU steht der rechtspopulistische Regierungschef Orban wegen des Abbaus von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Kritik. Auffallend ist auch seine Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin, dessen Narrative er verbreiten lässt.
  • Wahlunterstützung allerdings bekam er auch aus den USA: Der amerikanische Vizepräsident JD Vance hat Orban bei einem Besuch mit unverhohlenem Lob kurz vor der Parlamentswahl unterstützt. "Der Präsident der Vereinigten Staaten (Donald Trump) und der Ministerpräsident von Ungarn waren gemeinsam dazu fähig, wunderbare Dinge zu tun", sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Budapest.

Weitere Meldungen zur Ungarn-Wahl:

Von der Leyen: "Ungarn hat Europa gewählt"

  • 22:00 Uhr

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Sieg der Oppositionspartei bei den Parlamentswahlen in Ungarn begrüßt. "Ungarn hat Europa gewählt", erklärte von der Leyen am Sonntagabend im Onlinedienst X. Das Land kehre "auf seinen europäischen Weg zurück". "Heute Abend schlägt das Herz Europas in Ungarn stärker", schrieb von der Leyen. "Die Union wird stärker."

+++

Magyar: Orban hat angerufen und zum Wahlsieg gratuliert

  • 21:21 Uhr

Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt – und doch zeichnet sich ein klares Bild ab. Über 50 Prozent der Stimmen sind "T-Online" zufolge mittlerweile ausgezählt. Orban-Herausforderer Magyar und dessen Tisza liegen demnach deutlich vorn. Der amtierende Ministerpräsident soll Magyar zufolge sogar schon zum Wahlsieg gratuliert haben. Orban habe angerufen, "um uns zu unserem Sieg zu gratulieren", erklärte Oppositionsführer Magyar am Sonntagabend gut zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale.

+++

Oppositionspartei Tisza in Auszählungen deutlich vorn

  • 21:11 Uhr

Laut Medienberichten sind mittlerweile etwa 37 Prozent der Stimmen ausgezählt. Wie etwa der "Spiegel" berichtet, liegt die Oppositionspartei Tisza von Orban-Herausforderer Peter Magyar aktuell deutlich vorn. Tendenz sei eine steigende Mehrheit. Ähnliches vermeldet "T-Online". Demnach käme Tisza aktuell auf 132, Orbans Partei Fidesz auf 59 und die rechtsextreme Mi Hazánk auf acht Sitze.

+++

Auszählung kann dauern

  • 20:34 Uhr

Noch immer wird auf erste Ergebnisse gewartet. Anders als in Deutschland gibt es in Ungarn keine direkten Hochrechnungen nach der Wahl.

Allerdings hatten drei ungarische Wahlforschungsinstitute kurz nach Schließung der Wahllokale Prognosen veröffentlicht, denen zufolge Magyars Partei Tisza zwischen 54 und 55 Prozent und Orbans Fidesz zwischen 38 und 40 Prozent der Wähler hinter sich gebracht haben sollen. Die Prognosen stützten sich auf Befragungen der letzten Tage. Offen ist demnach, ob als dritte Partei die rechtsextreme Partei Unsere Heimat (Mi Hazank) mit fünf Prozent der Stimmen den Einzug ins Parlament schaffen würde.

Wie die "Frankfurter Allgemeine" berichtet, werden kurz nach der Schließung der Wahllokale auch die Briefwahlstimmen ausgezählt. Zudem würden in den Wahlkreisen zunächst die Stimmen der Direktmandate ausgezählt – danach die für die landesweiten Listen.

Bei einem knappen Ergebnis könnte die Auszählung allerdings bis zum kommenden Samstag dauern. Wahlberechtigt waren 7,5 Millionen Bürger in Ungarn und mehr als 500.000 Auslandswähler.

+++

Staatspräsident: "Legitimes Mandat, wohin das Land gehen sollte"

  • 20:21 Uhr

Der ungarische Staatspräsident Tamás Sulyok hat "T-Online" zufolge erklärt, dass bei der Wahl alles "ordnungsgemäß stattgefunden" hat. Dies beweise die funktionierende Demokratie. "In unserem Land gibt es ein klares öffentliches Vertrauen in die Durchführung der Wahlen. Die Ergebnisse der Wahlen werden ein legitimes Mandat dafür sein, wohin das Land gehen sollte."

+++

Herausforderer Magyar "vorsichtig optimistisch" zu Wahlausgang

  • 20:01 Uhr

Nach der Parlamentswahl in Ungarn hat sich der Oppositionspolitiker Peter Magyar "vorsichtig optimistisch" hinsichtlich eines Wahlsieges seiner Partei Tisza geäußert. "Natürlich sind wir im Bilde, wir haben die letzten Umfragen gesehen", sagte er nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend vor Journalisten. "Auf ihrer Grundlage, zusammen mit den Daten zur Wahlbeteiligung und den Informationen, die wir erhalten haben, sind wir optimistisch – oder besser gesagt: vorsichtig optimistisch."

Mit aussagekräftigen Teilergebnissen seitens der Wahlkommission wird erst am späteren Abend gerechnet. Magyar wollte sich gegen 22.30 Uhr erneut an die Öffentlichkeit wenden.

+++

US-Vize in Ungarn Orbán droht Wahlschlappe – jetzt setzt er auf prominente Unterstützung vor 5 Tagen

Umfrage sieht Magyar vorn

  • 19:30 Uhr

Nach der Parlamentswahl in Ungarn haben die Wahllokale um 19.00 MESZ formell geschlossen. Das berichteten ungarische Medien. Dem ungarischen Wahlrecht zufolge können einzelne Wahllokale weiter offen halten, wenn zur Schließungszeit noch Bürger vor ihnen anstehen.

Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbans Herausforderer Peter Magyar von der Partei Tisza gute Chancen auf einen Wahlsieg. Nach einer Berechnung des Wahlforschungsinstituts 21KK soll Magyars Tisza 55 Prozent und Orbans Fidesz 38 Prozent der Wähler hinter sich gebracht haben. Es handelt sich allerdings weder um eine Wahltagsbefragung noch um eine Hochrechnung. Die Prognose stützt sich auf Befragungen der letzten drei Tage. Als dritte Partei würde demnach die rechtsextreme Partei Unsere Heimat (Mi Hazank) mit fünf Prozent der Stimmen den Einzug ins Parlament schaffen. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen der Wahlkommission wird am späteren Abend gerechnet.

+++

Die Wahllokale schließen – Warten auf erste Ergebnisse

  • 19:00 Uhr

Um 19:00 Uhr schließen die Wahllokale in Ungarn. Nun müssen dort die Stimmzettel ausgezählt werden. Mit ersten Ergebnissen wird ab 20:00 Uhr gerechnet. Heute Abend sollen Medienberichten zufolge auch Orban und Magyar sprechen. Wie die "Frankfurter Allgemeine" berichtet haben sich zahlreiche Anhänger der oppositionellen Tisza-Partei bereits entlang Donauufers gegenüber des Parlaments versammelt.

Viele Anhänger sind zur Wahlparty von Magyars Tisza gekommen. © picture alliance / dts-Agentur/dts Nachrichtenagentur GmbH

Bei einem knappen Ergebnis könnte die Auszählung allerdings bis zum kommenden Samstag dauern. Wahlberechtigt waren 7,5 Millionen Bürger in Ungarn und mehr als 500.000 Auslandswähler.

+++

Hunderte ausländische Wahlbeobachter

  • 18:30 Uhr

Rund 900 ausländische Wahlbeobachter sollen sich laut "Budapester Zeitung" in Ungarn eingefunden haben, um das ordnungsgemäße Ablaufen der Wahlen zu beobachten. Die meisten Beobachter hätte dabei die OSZE entsandt.

+++

Aussagekräftige Ergebnisse erst am späten Abend erwartet

  • 18:22 Uhr

Anders als in Deutschland ist in Ungarn nicht mit ersten Prognosen bei Schließung der Wahllokale zu rechnen. Wie "T-Online" berichtet, gibt es dort nämlich keine Nachwahlbefragungen. Die Wahllokale schließen um 19 Uhr – dann wird ausgezählt. Mit ersten Ergebnissen ist ab 20 Uhr zu rechnen. Wirklich aussagekräftige Teilergebnisse dürften allerdings bis zum späten Sonntagabend brauchen. Klar ist: Nicht nur die Ungarn selbst erwarten diese Ergebnisse mit Spannung.

+++

Interview Schicksalswahl in Ungarn Wahlforscherin: "Es steht viel auf dem Spiel" vor 17 Tagen von Dominik Bardow

Rekord-Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

17:47 Uhr

Bei der Parlamentswahl in Ungarn zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Dabei entscheiden die Wählerinnen und Wähler, ob der Rechtspopulist Viktor Orban nach 16 Jahren Amtszeit weiter Ministerpräsident bleibt. Bereits vier Stunden vor Schluss der Wahllokale haben nach Angaben der zentralen Wahlbehörde bereits 66,01 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Damit lag die Beteiligung deutlich höher als bei der letzten Parlamentswahl 2022 zum selben Zeitpunkt, als sie 52,75 Prozent betrug. Bis 19 Uhr bleiben die Wahllokale geöffnet.

Mehrere ungarische Medien bezeichneten die Wahlbeteiligung als Rekord. Welcher Seite die hohe Beteiligung nützt, ist Experten zufolge vorerst unklar. Als entscheidend gilt die geografische Verteilung des Wählerverhaltens, denn von den 199 Abgeordneten werden 106 in den Wahlkreisen direkt mit relativer Mehrheit gewählt – und der Rest über Parteilisten.

+++

Orban und Magyar rufen Bürger zur Wahl auf

  • 17:45 Uhr

Sowohl Orban als auch sein Herausforderer Peter Magyar würdigten die hohe Wahlbeteiligung und riefen mehrmals die Menschen zum Urnengang auf. "Eine Menge Ungarn sind aufgebrochen, das System zu ändern", sagte Magyar per Video bei Facebook. "Heute Abend wird der Alptraum zu Ende sein, den wir jahrelang erlebt haben." Der Wahltag sei "ein Fest der Demokratie". Bereits bei seiner Stimmabgabe am Morgen hatte Magyar erklärt, dass er mit einem Sieg seiner Partei Tisza rechne.

Empfehlungen der Redaktion

  • Schicksalswahl in Ungarn
  • Magyar will das System Orban stürzen – aber wofür steht er eigentlich?
  • Orban gesteht "schmerzvolle" Niederlage ein

Orban schrieb wiederum bei Facebook: "Sehr viele gehen zur Wahl. Das bedeutet nur eines: Wenn wir Ungarns Sicherheit verteidigen wollen, darf kein einziger Vaterlandsliebender zu Hause bleiben." Mit dem Verweis auf die Sicherheit spielte Orban auf sein wichtigstes Thema im Wahlkampf an. Er hatte sich den Wählern vor allem als Garant dafür empfohlen, dafür zu sorgen, dass Ungarn nicht in den Krieg im von Russland angegriffenen Nachbarland Ukraine hineingezogen werde.

+++

Mit Material von dpa und afp

Feedback an die Redaktion