Diese drei Nachrichten lassen das Schlechte kurz vergessen
Von einer Gipfeltour für den guten Zweck und wirksamer Meditation
Aktualisiert am 12.04.2026, 20:17 Uhr Meditation wirkt oft schneller, als gedacht (Symbolbild). © Getty Images/iStockphoto/pixdeluxe Lesedauer:4 Min. Von Lena Vanessa MüssigOrganspender besteigen den Kilimanjaro für den guten Zweck, Meditation zeigt Express-Wirkung und ein besonderes Politik-Projekt in der EU – drei Nachrichten für mehr Optimismus.
Die tägliche Flut an negativen Nachrichten lässt viele frustriert, traurig, wütend oder mit einem Gefühl der Ohnmacht zurück. Trotzdem werden negative Schlagzeilen mehr gelesen als positive Meldungen – vermutlich aus einem evolutionsbiologischen Grund: Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt, uns vor Gefahren zu bewahren. Deshalb reagiert es auf Schreckensmeldungen besonders sensibel und speichert negative Informationen stärker ab.
Aber: Doomscrolling, also gezielter und massiver Konsum von negativen Nachrichten, kann der psychischen Gesundheit schaden, wie zahlreiche Studien belegen. Positive Informationen wirken da wie ein Gegengewicht. Sie verdeutlichen, dass es auch konstruktive Lösungen für ein gutes Miteinander und eine bessere Zukunft gibt. In diesem Sinne: Hier sind die guten News der Woche.
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Good News 1: Studie: Meditation wirkt nach zwei Minuten
Dass Meditation sich positiv auf verschiedene Bereiche wie Stress, Konzentration, Resilienz und sogar Entzündungen auswirkt, ist wissenschaftlich gut belegt. Viele Menschen würden gern meditieren, doch die Vorstellung von langem Sitzen in Stille und einer jahrelangen Übungspraxis, bevor ein Effekt eintritt, schreckt sie ab. Dass diese Befürchtung unbegründet ist, weil Meditation bereits nach wenigen Minuten zu messbaren Veränderungen führt, zeigt jetzt eine neue Studie vom National Institute of Mental Health and Neurosciences in Bengaluru in Indien.
Die Forscher wollten nicht herausfinden, ob oder wie Meditation wirkt, sondern wann. Dafür analysierten sie die Gehirnaktivität von 103 Personen, die die 7-Minuten-Meditation "Miracle of Mind" des bekannten indischen Yogis Sadhguru praktizierten. Bei dieser wird die Aufmerksamkeit auf den natürlichen Atem gerichtet. Sobald die Gedanken abschweifen, wird die Aufmerksamkeit bewusst zurück auf den Atem gelenkt.
Für die tägliche Routine Experte nennt fünf Faktoren für ein langes, gesundes Leben vor 23 Tagen von Sophie BierentDie Studienteilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt: Anfänger, Erfahrene und Fortgeschrittene. Mithilfe von EEG-Messungen konnten die Forscher sekundengenau verfolgen, was während der Meditation im Gehirn passierte. Bereits nach zwei bis drei Minuten Meditation veränderte sich die Gehirnaktivität bei allen deutlich.
Die bei ruhiger Aufmerksamkeit messbaren Alpha-Wellen nahmen bei allen schnell zu. Theta-Wellen, die mit tiefer Konzentration und Kreativität verbunden sind, stiegen bei erfahrenen Meditierenden bereits in den ersten 30 Sekunden an. Beta1-Wellen, die fokussierte Wachheit anzeigen, nahmen ebenfalls zu, während Signale für Ablenkung und Schläfrigkeit abnahmen. Wer sich aus Zeitmangel oder Angst vor der unbequemen Stille bislang noch nicht aufs Meditationskissen getraut hat, könnte den Einstieg nun wagen.
Good News 2: Für den guten Zweck: Organspender besteigen Kilimanjaro
Die Organspende ist ein polarisierendes und sehr persönliches Thema. Einige lehnen sie kategorisch ab, andere sind sogar zu einer Lebendspende eines Organs wie der Niere oder Leber bereit, fürchten aber körperliche Einschränkungen. Einige wagen den selbstlosen Schritt trotzdem.
So auch Bethany Krom aus Arizona, die an einem Organspendeprogramm der Mayo Clinic teilgenommen und einem fremden Mann eine Niere gespendet hat. Gesundheitlich eingeschränkt fühle sie sich durch die Organspende in keiner Weise – im Gegenteil. Seit der Spende lebe sie viel bewusster und achte noch mehr auf ihre Gesundheit und Fitness. Wie fit sie trotz des Eingriffs ist, hat Bethany Krom nun während einer besonderen Expedition bewiesen.
Zusammen mit 15 anderen Nierenspendern bestieg sie zum Weltnierentag im März Afrikas höchsten Berg, den Kilimanjaro. Mit der Aktion wollen die Organspender beweisen, dass eine Organspende nicht zu Einschränkungen führen muss, sondern sogar das Leben bereichern kann – und anderen das Weiterleben ermöglicht.
Noch mehr gute Nachrichten? Die Good News der letzten vier Wochen finden Sie hier:
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Bethany Krom fühlt sich eigenen Angaben zufolge heute sogar gesünder als vor der Transplantation. Dazu habe auch die Vorbereitung auf die Begehung des Kilimanjaro geführt. Und zu der wäre es ohne das Organspendeprogramm vermutlich nicht gekommen. Besonders glücklich macht sie vor allem ein Gedanke: Dass sie – selbst Großmutter – einem Großvater das Geschenk gemacht hat, seinen Enkelkindern beim Aufwachsen zusehen zu können.
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Good News 3: EU-Projekt EIPM 2.0: Faktenbasierte Politik
Laut der jüngsten Eurobarometer-Umfrage haben 52 Prozent der Europäer Vertrauen in die EU – das ist der höchste Stand seit 2007. Das Vertrauen in nationale Regierungen ist in vielen Mitgliedstaaten trotzdem niedrig. Gründe sind vor allem als unzufriedenstellend wahrgenommene Lösungen bei zentralen Themen wie Wirtschaft, Migration und Sicherheit. Mit dem schwindenden Vertrauen in die Demokratie und wachsender Zustimmung für populistische Parteien in vielen EU-Staaten wird die Notwendigkeit neuer Strategien immer deutlicher. Vor diesem Hintergrund startete kürzlich das EU-Projekt Evidence-informed Policymaking 2.0, kurz EIPM 2.0. Bei der evidenzinformierten Politikgestaltung werden politische Entscheidungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, empirischer Daten und überprüfbarer Fakten entwickelt.
Wissenschaftlich bewiesen Diese fünf einfachen Dinge machen uns wirklich glücklich 19. Februar 2025Unter der Leitung der Europäischen Kommission nehmen sieben EU-Mitgliedstaaten an EIPM 2.0 teil: Österreich, Spanien, Frankreich, Irland, Polen, Portugal und Zypern. Dass ausgerechnet Länder mit sehr unterschiedlichen politischen Traditionen und Verwaltungsmodellen für das Projekt ausgewählt wurden, ist kein Zufall, sondern Teil der Strategie, um ein repräsentatives Bild über politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Kontexte zu gewinnen. Ziel ist, Politik effizienter und transparenter zu machen und wirklich wirksame, nachvollziehbare Lösungen für komplexe Herausforderungen zu finden.
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Obwohl nur wenige Länder teilnehmen, hat das Projekt Potenzial, die gesamte EU zu stärken: Gewinnt die Politik eines Landes das Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürger zurück, gewinnt letztendlich die EU. Und zumindest in diesem Punkt snd sich wohl alle Europäerinnen und Europäer einig: In Zeiten von internationalen Bedrohungen und Krisen ist ein starkes, geeintes Europa wichtiger denn je.
Verwendete Quellen
- germany.representation.ec.europa.eu: "Nationales Eurobarometer: Hohes Vertrauen in die EU bei jungen Menschen und Studierenden"
- oecd.org: "Strengthening National Evidence‑Informed Policymaking Ecosystems"
- ots.at: "Europäisches Projekt zur evidenzinformierten Politikgestaltung startet in Österreich"
- newsnetwork.mayoclinic.org: "From donation to Kilimanjaro: Living kidney donor defies limits"
- link.springer.com: "Temporal EEG Signatures of Meditation Experience: Peak Brainwave Changes at 7 Minutes During Isha Yoga Breath Watching"
