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21-Stunden-Gespräche: USA und Iran ohne Einigung

Friedensgipfel in Islamabad Wie die Gespräche zwischen den USA und dem Iran scheiterten

In Islamabad enden 21-stündige Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über Frieden im Nahen Osten ohne Ergebnis. Verhärtete Fronten und unvereinbare Forderungen verhindern eine Einigung. Woran der Deal scheiterte – und wo sich Donald Trump derweil aufhielt.Publiziert: 13:54 Uhr|Aktualisiert: vor 33 Minuten Teilen Anhören Kommentieren1/8Katerstimmung in Islamabad: Die Gespräche um einen möglichen Frieden zwischen den USA und dem Iran sind gescheitert.Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • USA und Iran scheitern in Islamabad nach 21 Verhandlungsstunden ergebnislos
  • Streitpunkte: Irans Atomprogramm und Blockade der Strasse von Hormus
  • Treffen war das ranghöchste seit 1979, endete ohne weitere Planung
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Die Hoffnung auf einen baldigen Frieden im Nahen Osten wurde schon vor den Gesprächen in Pakistan gedämpft. Dafür lagen die Forderungen der beiden Parteien zu weit auseinander. Nach 21 Stunden intensiver Verhandlungen in Islamabad dann die Ernüchterung. Die USA und der Iran gehen ohne Einigung auseinander.

Hinter verschlossenen Türen wurde gerungen, gefeilscht und gestritten – am Ende bleiben nur verhärtete Fronten. Während die US-Delegation frustriert abreiste, gab sich Teheran betont gelassen. Und was machte US-Präsident Donald Trump? Er setzte lieber auf Show als auf Krisendiplomatie.

Die Beteiligten

J. D. Vance (41) leitete die US-Delegation, begleitet von Steve Witkoff (69) und Jared Kushner (45), die in engem Kontakt mit Präsident Donald Trump (79) standen. Die iranische Seite wurde von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (64) geführt, begleitet von Aussenminister Abbas Araghtschi (63). Pakistan fungierte als neutraler Gastgeber und Vermittler. Es war das ranghöchste direkte Treffen beider Staaten seit 1979. Die Stimmung zu Beginn der Gespräche war versöhnlich. Zum Auftakt gaben sich Vance und Ghalibaf die Hand.

Die Gespräche

Die Verhandlungen fanden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen im abgeschirmten Serena-Hotel sowie in einem nahe gelegenen Medienzentrum statt. Sie begannen am Samstagmorgen Ortszeit und dauerten exakt 21 Stunden – bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags. Insgesamt wurden drei Verhandlungsrunden durchgeführt, begleitet von intensiven Textabstimmungen.

Hunderte Journalistinnen und Journalisten warteten stundenlang auf Neuigkeiten und wurden mit pakistanischer Musik sowie «Brewed for Peace»-Kaffee versorgt. Die Atmosphäre war anfangs ruhig und konstruktiv, wurde jedoch zunehmend angespannter, geprägt von wachsendem Misstrauen und gegenseitigen Vorwürfen. Nach der dritten Runde brach Vance die Gespräche ab.

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Die Themen

Zentrale Themen waren das iranische Atomprogramm, die Strasse von Hormus, Sanktionsaufhebung, Reparationen und ein umfassendes Kriegsende in der Region. Die USA forderten eine «eindeutige Verpflichtung» des Irans, keine Nuklearwaffen anzustreben, inklusive Verzicht auf schnelle Fertigungsmittel – als rote Linie.

Iran sah dies als Angriff auf «legitime Rechte» und militärische Errungenschaften wie das Raketenprogramm. Bei der Hormus-Meerenge, die 20 Prozent des Weltöls transportiert, beharrte Teheran auf Kontrolle, Transitgebühren und Freigabe erst nach einem Friedensdeal. Einzelne Tanker (zum Beispiel aus Thailand) durften passieren. Die USA verlangten die sofortige Öffnung als Waffenruhe-Bedingung. Revolutionsgarden drohten mit Reaktionen auf US-Schiffe. Diese unvereinbaren Positionen, plus wirtschaftliche Streitpunkte, brachten die Verhandlungen zum Scheitern.

Das Scheitern

Vance erklärte die Gespräche für gescheitert und trat im Anschluss vor die Presse: «Wir haben in gutem Glauben verhandelt, der Iran hat unsere Bedingungen abgelehnt. Das sind schlechtere Nachrichten für Teheran als für die USA.» Er verwies auf fehlende Zusagen im Atomstreit und die Blockade der Strasse von Hormus.

Der iranische Sprecher Esmaeil Baqaei konterte im Staatsfernsehen: «Überzogene US-Forderungen und Misstrauen verhinderten eine Einigung, wir erwarteten keine in Runde eins.» Iranische Nachrichtenagenturen wie Tasnim und Fars sprachen von «Maximalforderungen». Um 6 Uhr verliess die iranische Delegation Pakistan, Vance bestieg kurz davor die Air Force Two nach Washington, Witkoff und Kushner blieben vorerst.

0:45Iran nach den Verhandlungen:«In einigen Punkten tatsächlich Einigung erzielt»

Das Angebot

Vance betonte, die USA hätten ein «letztes und bestes Angebot» als «Grundlage für gegenseitiges Verständnis» hinterlassen, das der Iran nun prüfen solle. In Teheran reagierte man betont gelassen. «Wir haben es nicht eilig», hiess es aus Regierungskreisen über die Agentur Tasnim. Konkrete Pläne für weitere Gesprächsrunden gibt es derzeit nicht. Die Blockade der Hormus-Strasse bleibt aus iranischer Sicht ein Druckmittel bis zu einem «vernünftigen Abkommen».

Parallel dazu hielt sich Präsident Trump in Miami auf, wo er einen UFC-Kampf besuchte. Begleitet von Aussenminister Marco Rubio (54), der ihn laufend informierte, zeigte sich Trump demonstrativ entspannt. Mit einem Lächeln kommentierte er die Lage mit den Worten «Wir gewinnen so oder so», schüttelte dem Kämpfer Paulo Costa (34) die Hand und bemerkte: «Du siehst zu gut aus für einen Kämpfer.»

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